Altersvorsorge

Altersvorsorgedepot ab 2027: Was du jetzt wissen und prüfen solltest

Ab 2027 soll das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen: mehr Kapitalmarkt, neue Förderung, erstmals auch für Selbstständige. Was mit deinem bestehenden Vertrag passiert – und für wen sich ein Wechsel überhaupt rechnet.

5 Min. Lesezeit Stand: 07.08.2026
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Abeska Jan
Geschäftsführer
Titelbild: Altersvorsorgedepot ab 2027: Was du jetzt wissen und prüfen solltest

Ab 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot starten. Es soll die Riester-Rente in ihrer bisherigen Form ablösen und bringt spürbare Veränderungen bei der privaten Altersvorsorge mit sich.

Seitdem das Thema durch die Medien geht, bekomme ich fast täglich dieselben drei Fragen gestellt:

  • Was ist das Altersvorsorgedepot eigentlich genau?
  • Für wen lohnt es sich – und für wen nicht?
  • Und was passiert jetzt mit meinem bestehenden Riester-Vertrag?

Der Reihe nach.

Kurz vorweg, damit du es richtig einordnest: Das Altersvorsorgedepot geht auf die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge zurück. Die Eckpunkte stehen, die Details der Umsetzung können sich im Gesetzgebungsverfahren noch verschieben. Dieser Artikel gibt den Stand vom oben genannten Datum wieder – ich aktualisiere ihn, sobald sich etwas Wesentliches ändert. Handle also nicht auf Verdacht, sondern lass deinen konkreten Vertrag prüfen.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt, das deutlich stärker auf den Kapitalmarkt setzt als Riester. Statt starrer Beitragsgarantien stehen Fonds und ETFs im Mittelpunkt.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Die Beitragsgarantie war jahrzehntelang das Herzstück von Riester – und gleichzeitig ihr größtes Problem. Wer garantieren muss, dass am Ende mindestens jeder eingezahlte Euro wieder da ist, muss den Großteil des Geldes sicher anlegen. Sicher heißt in der Praxis: niedrig verzinst. In Niedrigzinsphasen blieb dadurch von der Rendite kaum etwas übrig, während die Kosten weiterliefen.

Fällt die harte Garantie weg, darf ein größerer Teil in Aktien. Das erhöht die Renditechancen – und eben auch die Schwankungen. Beides gehört zusammen, das eine gibt es nicht ohne das andere.

Zwei weitere Punkte sind praktisch mindestens genauso wichtig: Die Auszahlung im Alter soll flexibler werden als die bisherige Zwangsverrentung, und die Förderung wird neu geregelt – erstmals sollen auch Selbstständige direkt förderberechtigt sein.

Riester und Altersvorsorgedepot im Vergleich

 Riester (bisher)Altersvorsorgedepot (geplant)
AnlageÜberwiegend sicherheitsorientiert, wegen der GarantieFonds und ETFs, höhere Aktienquote möglich
GarantieBeitragsgarantie: mindestens die eingezahlten BeiträgeKeine starre Beitragsgarantie
RenditechanceIn der Praxis oft geringHöher – bei entsprechendem Risiko
AuszahlungWeitgehend feste VerrentungFlexiblere Entnahme geplant
SelbstständigeNur mittelbar über den EhepartnerDirekt förderberechtigt

Man sieht auf einen Blick, worauf es hinausläuft: mehr Chance, mehr Eigenverantwortung, weniger eingebaute Sicherheit. Ob das für dich ein Fortschritt ist, hängt fast vollständig an zwei Zahlen – wie lange du noch bis zur Rente hast und wie viel Schwankung du wirklich aushältst.

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Die gute Nachricht zuerst: Dein bestehender Vertrag genießt Bestandsschutz. Du kannst ihn unverändert weiterführen – mit den bisherigen Zulagen und Konditionen. Niemand zwingt dich zu einem Wechsel, und niemand nimmt dir etwas weg.

Ab 2027 kommen Optionen dazu. Nach heutigem Stand hast du drei Wege:

  1. Alles so lassen. Der Vertrag läuft weiter wie bisher. Sinnvoll, wenn die Konditionen gut sind – gerade ältere Verträge haben teils Garantiezinsen, die es heute nirgends mehr gibt.
  2. Die Förderung auf das neue System umstellen. Der Vertrag bleibt, die Förderlogik wechselt.
  3. Das angesparte Kapital in ein Altersvorsorgedepot übertragen. Die bisher erhaltene Förderung bleibt dabei erhalten.

Eine Kündigung ist fast immer die schlechteste Lösung. Wer einen Riester-Vertrag „schädlich verwendet“, also kündigt und sich auszahlen lässt, muss sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Aus einem vermeintlichen Befreiungsschlag wird so schnell ein vierstelliges Minus. Wenn dich dein Vertrag stört, ist Beitragsfreistellung oder Übertragung fast immer der bessere Hebel – nicht die Kündigung.

Für wen kann das Altersvorsorgedepot interessant sein?

  • Wenn du noch viele Jahre bis zur Rente hast. Je länger die Laufzeit, desto eher gleichen sich Schwankungen aus – und desto mehr bringt eine höhere Aktienquote.
  • Wenn du mehr Flexibilität bei der Auszahlung willst und dich die starre Verrentung bei Riester bisher gestört hat.
  • Wenn du selbstständig bist. Für dich ist es der erste direkte Zugang zu dieser Förderung überhaupt.
  • Wenn dein bestehender Vertrag hohe Kosten hat und über Jahre wenig daraus geworden ist. Genau das lässt sich nachrechnen, statt es zu vermuten.

Und für wen Riester weiterhin die bessere Wahl bleiben kann

Für Geringverdiener mit Kindern kann das alte System attraktiver bleiben. Der Grund sind die Zulagen: Wer wenig einzahlt und mehrere Kinderzulagen bekommt, erzielt über die Förderquote eine Rendite, die eine höhere Aktienquote erst einmal schlagen muss.

Auch wer kurz vor der Rente steht, sollte zweimal nachdenken. Fünf Jahre vor dem Ruhestand ist eine hohe Aktienquote kein Renditeversprechen, sondern ein Risiko ohne Zeit zum Aussitzen.

Hier lohnt sich der genaue Vergleich – und zwar mit deinen Zahlen, nicht mit Durchschnittswerten aus einem Onlinerechner.

Was du bis 2027 sinnvoll tun kannst

  1. Vertrag heraussuchen. Du brauchst die letzte Standmitteilung und den Vertrag selbst. Darin stehen Kosten, Garantiezins und der aktuelle Stand.
  2. Renteninformation danebenlegen. Ohne die gesetzliche Seite lässt sich nicht sagen, wie groß deine Lücke überhaupt ist.
  3. Nichts überstürzen. Bis 2027 ist Zeit. Wer jetzt aus Sorge kündigt, verliert Förderung für eine Entscheidung, die noch gar nicht ansteht.
  4. Rechnen lassen, dann entscheiden. Erst wenn Kosten, Restlaufzeit und Förderung auf dem Tisch liegen, ist die Frage „wechseln oder bleiben“ überhaupt beantwortbar.

Was ich für dich prüfe

Als unabhängiger Versicherungsmakler und Finanzberater bin ich an keine Gesellschaft gebunden. Ich schaue mir deine tatsächliche Situation an:

  • Passt das Altersvorsorgedepot überhaupt zu dir – oder ist es bei dir das falsche Werkzeug?
  • Lohnt sich ein Wechsel, oder ist das Weiterführen deines bestehenden Vertrags günstiger?
  • Welche konkreten Produkte und Anbieter kommen für dich infrage?
  • Wie groß ist deine persönliche Rentenlücke – und wie schließt du sie am sinnvollsten?

Du bekommst eine klare, verständliche Einschätzung. Ohne Druck, ohne Standardlösung, ohne Fachchinesisch.

Fazit

Das Altersvorsorgedepot ist kein Grund zur Panik und kein Selbstläufer. Für jüngere Sparer und Selbstständige kann es ein echter Fortschritt sein. Für Familien mit Zulagen und für alle kurz vor der Rente ist das alte System oft weiterhin die bessere Rechnung.

Was du auf keinen Fall tun solltest: aus Unsicherheit kündigen. Bestandsschutz heißt, dass du Zeit hast. Nutz sie, um einmal sauber nachzurechnen.

Möchtest du wissen, ob und wie das neue Altersvorsorgedepot für dich Sinn ergibt? Schreib mir einfach oder buche dir einen kostenfreien Termin. Gemeinsam bringen wir Klarheit in deine Altersvorsorge.

Riester-Vertrag prüfen lassen?

Ob sich ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot lohnt, entscheidet dein bestehender Vertrag – Garantiezins, Kosten und Zulagenhistorie. Trag dich hier ein, dann melde ich mich und schaue mir deinen Vertrag an.

Häufige Fragen

Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt, das ab 2027 starten soll. Es setzt statt auf eine Beitragsgarantie auf Fonds und ETFs, soll flexiblere Auszahlungen im Alter ermöglichen und erstmals auch Selbstständige direkt förderberechtigt machen.
Was passiert mit meinem bestehenden Riester-Vertrag?
Dein bestehender Vertrag genießt Bestandsschutz und kann unverändert mit den bisherigen Zulagen und Konditionen weiterlaufen. Ab 2027 kommen Optionen hinzu: die Förderung auf das neue System umstellen oder das angesparte Kapital in ein Altersvorsorgedepot übertragen, wobei die bisherige Förderung erhalten bleibt.
Sollte ich meinen Riester-Vertrag jetzt kündigen?
In den meisten Fällen nein. Bei einer Kündigung müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Wenn der Vertrag nicht mehr passt, sind Beitragsfreistellung oder eine Übertragung in aller Regel die besseren Wege.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Selbstständige?
Für Selbstständige ist es der erste direkte Zugang zu dieser staatlichen Förderung – bisher war Riester für sie nur mittelbar über den Ehepartner möglich. Ob es sich rechnet, hängt von Laufzeit, Einkommen und Risikobereitschaft ab.
Ist Riester für Familien mit Kindern weiterhin besser?
Das kann sein. Wer wenig einzahlt und mehrere Kinderzulagen erhält, erzielt über die Förderquote eine Rendite, die eine höhere Aktienquote erst einmal übertreffen muss. Hier lohnt der konkrete Vergleich mit den eigenen Zahlen.